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14.09.2026 | Beruf & Bildung, Interviews

So viel Kontrolle wie nötig, aber so wenig Bürokratie wie möglich

Ralf Diebold

Quelle: privat

Ralf Diebold aus Bad Aibling ist Obmann des Normenausschusses Bauholz und war lange Leiter der Zertifizierungsstelle Holzforschung München. Auf dem diesjährigen Verbandstag wird er einen Vortrag über werkseigene Produktionskontrolle zur Qualitätssicherung halten. In Zukunft werden exklusive Workshops für unsere Mitgliedsbetriebe angeboten, in denen die Teilnehmer die Inhalte auf die eigene Praxis übertragen können.

Herr Diebold, Qualitätssicherung ist für Zimmereibetriebe zunächst einmal mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Warum lohnt es sich, diesem Thema eine höhere Bedeutung beizumessen?

Mit einer werkseigenen Produktionskontrolle können Fehler frühzeitig erkannt werden und müssen nicht erst auf der Baustelle festgestellt werden, wo die Beseitigung eines Fehlers deutlich teurer ist. Daher ist die werkseigene Produktionskontrolle für jede Zimmerei sinnvoll. Die wichtigsten Vorteile sind eine Reduzierung der Kosten, erhöhte Rechtssicherheit und mehr Kundenzufriedenheit.

Die werkseigene Produktionskontrolle (WPK) ist ein zentrales Element der Qualitätssicherung. Was sollte sie in einem Zimmereibetrieb konkret leisten?

Entscheidend ist, dass die WPK den gesamten Herstellungsprozess umfasst, vom Wareneingang über die Arbeitsvorbereitung, den Abbund und die Montage bis hin zur Endkontrolle. Dabei gilt grundsätzlich: Je später ein Fehler auffällt, desto teurer wird er. Ein sehr wichtiger Punkt ist dabei unter anderem eine strukturierte Wareneingangskontrolle, um direkt zu prüfen, ob die Bauprodukte den rechtlichen Vorgaben sowie den Anforderungen aus den bautechnischen Nachweisen entsprechen.

Wie kann eine gut organisierte WPK dazu beitragen Fehlerquellen im Herstellungsprozess zu finden und zu vermeiden?

Wichtig ist es, Fehler frühzeitig zu erkennen und diese unabhängig vom jeweiligen Projekt oder vom eingesetzten Personal abzustellen. Eine systematische Produktionskontrolle hilft dabei, solche Fehler bereits im Herstellungsprozess zu entdecken. So können sie behoben werden, bevor sie auf der Baustelle zu einem Mangel werden. Das reduziert nicht nur den Aufwand, sondern auch die damit verbundenen Kosten.

Wie lässt sich eine wirksame werkseigene Produktionskontrolle im Betriebsalltag organisieren, ohne dass daraus ein unverhältnismäßiger bürokratischer Aufwand entsteht?

Das ist ein wichtiger Punkt. Maßgeblich ist immer: So viel Kontrolle wie nötig, aber so wenig Bürokratie wie möglich. Die Überprüfung muss mit Augenmaß vorgegeben werden. Der Umfang der WPK muss daher an den jeweiligen Betrieb sowie an die jeweiligen Holzbauarbeiten angepasst werden. Natürlich ist die Einführung einer solchen Qualitätssicherung zunächst mit etwas Aufwand verbunden. Mittelfristig wird sich dieser jedoch immer auszahlen.

Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Fragen der Qualitätssicherung. Was können die Teilnehmer aus Ihrem Vortrag und Workshops konkret für ihren eigenen Betrieb mitnehmen?

Mein Vortrag gibt einen Überblick darüber, was bei einer werkseigenen Produktionskontrolle zu beachten ist und wie sie von Zimmereibetrieben einfach umgesetzt werden kann. In den Workshops bekommen die Teilnehmer konkrete Arbeitsunterlagen wie zum Beispiel Checklisten und Prüfprotokolle, die an die jeweiligen Verhältnisse in Zimmereibetrieben angepasst werden können. Darüber hinaus sollen die Workshops auch dafür geeignet sein, Zimmereibetriebe, die eventuell einer Zertifizierung für das Ü- und oder RAL-Gütezeichen anstreben zu unterstützen.

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