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Freisprechungsfeier: Tim Wrkoslav ist Innungsbester

Freisprechung der Innung Aschaffenburg–Miltenberg: Hinten (v.l.) Josef Feser, Paul Englert, David Piosek, Umut Sara, Hermann Lang und Obermeister Florian Schnatz. Vorne (v.l.) Jens Wissel, Tim Wrkoslav, Samuel Wohlfahrt und Thilo Hauer.

Gefeiert wurde neben den frischgebackenen Gesellen auch Alexander Bruns aus Bad Dürkheim. Denn er hat bei der Weltmeisterschaft der Berufe „Worldskills“ im russischen Kasan die Goldmedaille für Deutschland geholt.

Hermann Lang: "Wir können Höhen sicher erklimmen, uns vor Untiefen schützen oder diese abdecken“

Würzburgs stellvertretender Landrat Ernst Joßberger lobte die Zimmerer für ihre Innovationsfähigkeit: Vor 25 Jahren habe er sich ein Holzhaus in Ständerbauweise errichten lassen – damals eine belächelte Pioniertat, heute Standard.

Deshalb ist Nachwuchs dringend gesucht, sagte der Obermeister der Innung Würzburg-Kitzingen und Vizepräsident des Bayerischen Zimmererverbands, Hermann Lang. Er motivierte die Zimmerer: „Wir können Höhen sicher erklimmen, uns vor Untiefen schützen oder diese abdecken“.

Gleichzeitig warnte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Zimmererverbandes, Alexander Kirst, vor dem M18-Syndrom: mit der Volljährigkeit gleich in die Meisterschule zu stürmen, dabei sei Frust mangels beruflicher Erfahrung vorprogrammiert.

Kirst betonte Entwicklungspotenzial im Handwerk - im Vergleich zur Industrie

Außerdem betonte er die Nestwärme im Handwerk - im Gegensatz zur Industrie: Dort gebe es zwar schnelleres Geld, aber vergleichsweise kaum Entwicklungspotenzial.

Mehrfach gelobt wurde die Josef-Greising-Berufsschule: Denn die enge Zusammenarbeit mit der Zimmerer-Innung sei nicht selbstverständlich, aber gewinnbringend, so Obermeister Lang.

Auch die Freigesprochenen Felix König, Louis Wiesner und Jens Wissel lobten ihre Lehrer: „Ihr habt es uns so lange erklärt, bis auch wir es verstanden haben“.

Symbolisch beendet haben die Junggesellen ihre Lehre mit dem Zimmererklatsch.

Die Besten der Innungen:

  • Aschaffenburg-Miltenberg: Tim Wrkoslav, Zimmerei Treppenbau Till Keller, Laufach
  • Würzburg-Kitzingen: Felix Ove König von Rössner Holzbau, Euerfeld. Er wurde Kammer-Sieger in Unterfranken.
  • Main-Spessart: Pascal Kneitz von der Zimmerei Kunkel, Partenstein
  • Schweinfurt-Haßberge: Cornelius Garsky, Zimmerei Blattner, Kolitzheim

Statistik über Gesellenprüfung

72 junge Zimmerer aus den Innungen des Bezirks Unterfrankens sind zur Gesellenprüfung angetreten. 65 von ihnen haben die Prüfungen bestanden, einer konnte wegen Krankheit nicht antreten. Im Vorfeld hatten zudem acht Auszubildende die Winterprüfung abgelegt.

Der Notendurchschnitt bei der schriftlichen Prüfung lag bei 2,5, bei der praktischen Prüfung bei 3,5. Gleichzeitig haben fünf Auszubildende mit dem Abschluss der Berufsschule den Mittleren Bildungsabschluss erworben.

Mit dem Zimmererklatsch beendeten die jungen Gesellen symbolisch ihre Lehre.

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